
Gevelsberg (WP) Auch 2008 wird die „Zukunftsschmiede“ mit interessanten Veranstaltungen für ihre Anliegen werben: Das „nachhaltige und klimafreundliche Einkaufen in Gevelsberg“ wird dabei das zentrale Thema des „Vereins der Lokalen Agenda 21“ sein einmütig so beschlossen durch rund 20 Mitglieder während der Jahreshauptversammlung am Mittwoch im Rathaus.
Wie wichtig umweltbewusstes Einkaufen (und konsumieren) für den weltweiten Klimaschutz ist, machte Agenda-Vorsitzender Gustav-Adolf Schmidt mit zwei Zahlen deutlich: 5 der 10,4 Tonnen Kohlendioxyd-Emmissionen, die jeder Bundesbürger jährlich verursacht, entfallen auf Herstellung und Transport von Gütern durch globale Märkte mit steigender Tendenz. Am 28. Mai sollen sich heimische Erzeuger mit ihren Produkten der Agenda vorstellen im Rahmen des Tausch- und Trödelmarktes im Spätsommer dann auch der Erwerb solcher Produkte möglich sein.
Beispiele für regionale Erzeuger, die Schmidt vorstellte: Die Höfe Stock (Hammertal) und Sackern (Albringhausen), aber auch die Brennerei Habbel. Aus heimischen Rohstoffen entstünden dort Fertigprodukte, die in der Region vermarktet werden. Interessenten, die ihre Produkte im Mai und später auf dem T+T-Markt vorstellen wollen, sind ausdrücklich aufgefordert, Kontakt mit der „Zukunftsschmiede“ aufzunehmen.
Passend zum Thema: Ein von Annette Bussmann angeregter Wettbewerb für heimische Kindergärten und Schulen mit dem Ziel, regionale Produkte (auch mit Blick auf vollwertige und saisontypische Ernährung) im örtlichen Handel „aufzustöbern“ und nach Möglichkeit im Schulunterricht auch einzusetzen. Die „Villa Kunterbunt“, so der Hinweis von Annette Bussmann, habe bereits in Zusammenarbeit mit dem Ennepetaler „Schultenhof“ ein entsprechendes Kochbuch herausgebracht.
Bekanntlich kommen in den letzten Jahren mehr und mehr Zutaten auch aus „Omas Rezeptbuch“ in der Gourmet-Küche wieder zu Ehren: Dass folglich auch heimische Gastronomen durchaus ihre Produktpalette um entsprechende Angebote erweitern und beim Agenda-Markt vorstellen sollten regte Borris Kißler an.
Pia Friedel nutzte einen Aufenthalt in Vendome im vergangenen Jahr zur Kontaktaufnahme zu dortigen „Gleichgesinnten“: Im Juni, zum 35. Jubiläum der Städtepartnerschaft, erwartet auch die „Zukunftsschmiede“ französische Gäste. „Perche Nature“ und „Maison Botanique“, vergleichbar mit den hiesigen Organisationen „ANU“ und „NABU“, entsenden Gäste, komplettiert wird die Delegation durch Naturfotografen. Nachdem vor einigen Jahren eine Agenda-Gruppe nach Sprottau reiste, wird damit auch nach Frankreich ein Brückenschlag unternommen, einige Gastgeber/-innen werden noch gesucht.
Ende April / Anfang Mai bereist ein ecuadorianischer Gast unsere Region: Sein Anliegen: Treibstofferzeugung aus einer nussartigen Heckenpflanze, besonders für Landwirte zur Eigenversorgung interessant, wie Andreas Bornemann ankündigte.
Neben dem genannten Thema „klimafreundliches Einkaufen“ natürlich weiterhin ein Agenda-Anliegen: Der Radwegebau in und um Gevelsberg Georg Schäfer berichtete über Erfolge auf dem Drei-Städte-Rundweg, der auch in diesem Jahr wieder befahren wird. In Haspe beispielsweise sei inzwischen die Passierung der Voerder Straße deutlich verbessert worden.
Wahlen standen nicht an in diesem Jahr: Die Berichte von Gustav-Adolf Schmidt über die Aktivitäten des letzen Jahres (Pflanzentauschbörse, T+T-Märkte, Weihnachtsmarkt, Wanderungen) haben sich bewährt und finden auch in diesem Jahr statt, und der Kassenbericht von Marlene Reick wurden mit Applaus zur Kenntnis genommen. Die Mitgliederzahl (zur Zeit rund 50, neue Interessenten natürlich willkommen) gibt dabei Anlass zur Zuversicht.
Borris Kißler