AGENDA 21
Zukunftsschmiede Gevelsberg e.V.

NACHHALTIG UND KLIMAFREUNDLICH EINKAUFEN IN GEVELSBERG:

Lokale Agenda beriet über das diesjährige Arbeitsthema

Von Borris Kißler

Gevelsberg (WP) „Nachhaltig und klimafreundlich einkaufen in Gevelsberg“ – dieses ist der Leitgedanke der Zukunftsschmiede im Jahre 2008. Um den Gedanken der konsumentennahen Produktion bzw. des erzeugernahen Einkaufs voranzubringen, traf sich die Lokale Agenda mit heimischen Betrieben im Ratssaal.

Viele Betriebe werden ihre Produkte im Herbst auf einem speziellen Markt präsentieren – einige stellten sich und ihre Schwerpunkte bereits vor. Daß durchaus nicht nur landwirtschaftliche Produkte damit gemeint sind, zeigte Ehrengard Krenzer: Der 1878 in Gevelsberg gegründete und seit 1914 an der Peddenöde in Ennepetal ansässige Betrieb stellt – und das auch mit historischen Methoden – hochwertige Werkzeuge her. Jeden Freitag ab 15 Uhr ist der Hammer für die Öffentlichkeit zur Besichtigung und zwecks Einkauf zugänglich.

Thomas Schiebille vom Frauenheim Wengern (die seit Jahren bekannten „Agenda-Würstchen“ stammten von dort) berichtete über das breite Spektrum an Nahrungsmitteln, welche dort erzeugt werden. Gemüse, Obst, Fleisch- und Wurstwaren, Kartoffeln und Eier aus kontrolliert biologischem Anbau sind im dortigen Laden zu kaufen (Öffnungszeiten Mittwoch von 13 bis 16 Uhr, Freitag 13 bis 18 Uhr). Ottmar Roswora, Gevelsberger Imker, stellte das Nahrungsmittel „Honig“ vor und wies auf die Bedeutung des „wichtigsten Insekts“ hin – der Einkauf von Honig ist bei den Gevelsberger Imkern nach Absprache möglich.

Die Bauernhöfe Stock (an der B 51 zwischen Haßlinghausen und Sprockhövel) und Gut Braband (Ennepetal) waren durch Axel Stock bzw. Ludger Brinkmann vertreten. Fleisch eigener Tiere, Kaminholz, Heu und Stroh gibt es neben saisonalen Angeboten bei „Stock“, „Braband“, 1999 auf ökologischen Landbau umgestellt, und nach Naurland-Richtlinien arbeitend, besitzt neben dem vielfältigen Angebot auch eine von Schafen beweidete Weihnachtsbaum-Kultur und eine „Hofschule“, in welcher durch die Ehefrau des Landwirts (von Beruf Pädagogin) Kindern die Natur nähergebracht wird.

Gustav-Adolf Schmidt (Agenda-Vorsitzender) und Annette Bußmann stellten den  Schülerwettbewerb (Schirmherrschaft: Bürgermeister Jacobi) zum  Jahresthema der Zukunftsschmiede vor: Da „30 bis 40 Prozent der Umweltprobleme durch das menschliche Konsumverhalten“ bedingt seien und Kinder sich durchaus für ihre Zukunft interessieren, werde deren Engagement damit ein Ventil geboten: Plakate, Projektmappen, Internetseiten, ein Nachhaltigkeitsstadtplan, ein Nachhaltigkeits-Kochbuch oder eine Beteiligung am Bauernmarkt – diese und andere Möglichkeiten bestehen für Schülerinnen und Schüler, sich zu beteiligen und sich in Gevelsberg auf die Suche nach nachhaltig erzeugten Produkten zu machen.

Unterlagen für die Teilnahme am Wettbewerb gibt es im Rathaus („Zukunftsschmiede Gevelsberg e.V.“) oder bei den Vorstandsmitgliedern der Agenda.

Um auch Menschen, die nicht mehr mobil sind, die Möglichkeit des „naturnahen Einkaufens“ zu geben, regte Richard Graczyk an, eine Art „Fahrdienst“ zu organisieren – und auf die Befahrung des neuen Radweg-Teilstücks in Silschede (die Agenda nimmt dieses am 14. Juni unter die Räder) blickte Georg Schäfer voraus.